Wissenswertes zur Lecksuche und Dichtheitskontrolle

EU-Richtlinie 2006/40/EG

Die EU-Richtlinie 2006/40/EG fordert gemäß Artikel 6 Absatz 3:
„Leistungserbringer, die Dienste zur Wartung oder Reparatur von Klimaanlagen anbieten, dürfen, wenn eine abnorme Menge des Kältemittels aus der Anlage entwichen ist, diese erst dann mit fluorierten Treibhausgasen befüllen, wenn die erforderliche Reparatur abgeschlossen ist.“

Demzufolge ist das Servicepersonal, das an Kälteanlagen arbeitet, in Europa verpflichtet:
A.) Undichte Klimaanlagen nicht mit fluoriertem Kältemittel (R134a) zu befüllen, sondern diese zu reparieren.
B.) Nach der Instandsetzung eine Dichtheitskontrolle durchzuführen.

Verstöße gegen diese Richtlinie werden in Deutschland im Wiederholungsfall mit bis zu 50.000 Euro und in Österreich mit bis zu 19.000 Euro Bußgeld geahndet.

UV-Kontrastmittel sind durch die EG-Richtlinie 2006/40/EG nicht verboten worden. Es ist verboten, eine undichte Klimaanlage mit fluorierten Kältemitteln zu befüllen. Daher ist es weiterhin möglich, für den präventiven Einsatz bei einer intakten und funktionsfähigen Klimaanlage innerhalb der Wartung UV-Kontrastmittel beizufüllen. Mehr als 5% der Gesamtölmenge in der Klimaanlage sollte es nicht sein, da mehr UV-Kontrastmittel der Klimaanlage schadet, als dass es hilft. Das ist der Grund, warum immer noch einige Automobilhersteller UV-Kontrastmittel ablehnen. Wichtig ist, wenn es noch eingesetzt wird, dass die Qualität des UV-Kontrastmittels und die Abstimmung der UV-Lampen (Wellenlänge des UV-Lichts) zueinander passen.
Des Weiteren muss UV-Kontrastmittel vor Feuchtigkeit geschützt werden. Lagerung und Einsatz sollten deswegen über einen separaten Ölinjektor erfolgen.

Nach der Instandsetzung einer Klimaanlage ist diese, nach der EG-Richtlinie 2006/40/EG, auf Dichtheit zu kontrollieren. Jede Werkstatt sollte daher die Dichtheitskontrolle auf der Kundenrechnung vermerken und dem Kunden in Rechnung stellen. Dichtheitskontrollen mittels Klimaservicegerät (Vakuumcheck) werden von den Gewerbeaufsichtsämtern oder den Emissionsschutzbehörden nicht anerkannt. Nur eine Überdruckprüfung der Klimaanlage mit Stickstoff bzw. Formiergas zählt als Dichtheitskontrolle.

Seit 2015 müssen nach der EG-Verordnung 517/2014 die Betreiber von Kühllastkraftfahrzeugen und -anhängern mit einer Klimaanlage, deren Füllvolumen mehr als 5 Tonnen CO2 Äquivalente enthalten (Klimaanlagen > 3,5 kg R134a oder > 2,5 kg R407c), alle 12 Monate eine Dichtheitskontrolle durchführen. Dies darf nur durch eine zertifizierte Person erfolgen. Bei dieser Dichtheitskontrolle werden alle kritischen Leckagepunkte der Klimaanlage mit einem Gasspürgerät überprüft. Der Betreiber ist dazu verpflichtet, bei Kältemittelverlust die Klimaanlage sofort instandsetzen zu lassen. Eine zertifizierte Person muss die Instandsetzung überprüfen und dokumentieren. Die Dokumentation muss mindestens 5 Jahre aufgehoben werden.

 

Zusätzlich wird die EU ab 2015 die Mengen von fluorierten Kältemitteln (z.B. R134a) im Markt verringern. Das Ziel bis 2030 ist eine Reduktion auf 21% der jetzigen Gesamtmenge (Stand 2015). Das bedeutet, bei weiterer hoher Nachfrage wird der Preis für R134a in den nächsten Jahren steigen.

Daher vertrauen schon jetzt Klimaprofis immer stärker der Lecksuche mittels umweltfreundlichem Wasserstoff (Formiergas). Mehr Infos dazu unter Lecksuche mit Formiergas.

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