Warum eine Gasleckageortung?

Lecksuche mit Wasserstoff (Formiergas)

  • Nur bei größeren bis mittleren Lecks ist eine Leckageortung mittels UV-Lecksuchflüssigkeit wirkungsvoll. Als Faustregel gilt ein Kältemittelverlust innerhalb einer Woche.
  • Gase besitzen eine geringere Dichte als eine Flüssigkeit und entweichen somit durch die
    Leckage in größeren Mengen als eine Flüssigkeit. Das hilft bei der Suche nach dem Leck.
    Wasserstoff besitzt die geringste Dichte.
  • Zum Vergleich die Dichte nachfolgender Stoffe bei Umgebungsdruck und 0°C:
    Wasserstoff = 0,0899 kg/m³
    Luft = 1,2041 kg/m³
    Stickstoff = 1,250 kg/m³
    gasförmiges R134a = 5,1920 kg/m³
    flüssiges R134a = 1377,7592 kg/m³
  • Wasserstoff ist nicht in der Luft vorhanden, daher mittels Gasspürgerät zu detektieren.
  • ACHTUNG: Wasserstoff ist leicht entzündlich. Daher wird empfohlen, mit einem Mischgas (Formiergas) zu arbeiten. Mischungsverhältnis 95 % Stickstoff / 5% Wasserstoff.
  • Wasserstoff oder Formiergase sind sehr günstig zu beziehen. (Kosten für eine Gasfüllung bei Pkw-Klimaanlage ca. 50 Cent)

Worauf bei der Wahl des Werkzeuges geachtet werden sollte!

Die Formiergasbefüllung sollte beidseitig über die Nieder- bzw. Hochdruckanschlüsse erfolgen. Eine einseitige Gasbefüllung führt meist zu Fehlmessungen, da das Expansionsventil geschlossen ist und das Formiergas nur über die Ventilplatten vom Kompressor auf die andere Seite strömen kann (zeitliche Verzögerung).
Achten Sie auf die Dichtheit des Druckminderers, der Schlauchleitungen und der Servicekupplungen. Wasserstoff diffundiert bei mangelnder Qualität des Druckminderers bzw. der Schläuche und Kupplungen in die Umgebung und verursacht dadurch Fehlmessungen.
Das Gasspürgerät sollte nur auf Wasserstoff und nicht auf Wasserstoffverbindungen reagieren, da sonst auch Fremdgase durch Kraftstoff, Öl, Bremsenreiniger oder Scheibenreiniger erkannt werden. Eine einfache Prüfung, ob ein Gasspürgerät nur auf Wasserstoff reagiert, ist mittels einer verschlossenen Nitroverdünnungsdose möglich.
Die Lanze des Gasspürgerätes sollte möglichst lang und dünn sein, um selbst in die verstecktesten Bereiche zu gelangen.

Was muss bei der Gasleckageortung beachtet werden?

Gasspürgeräte immer im verschlossenen Werkzeugkoffer lagern, damit sich kein Staub auf den Sensoroberflächen ablagert.
Der Prüfraum sollte einigermaßen zugfrei sein, damit keine Luftströmung das Gas wegträgt.
Direkt an der Leckage ist die Wasserstoffkonzentration am höchsten. Je weiter weg, desto geringer wird die Gaskonzentration. Daher sollten die Komponenten mit einer Geschwindigkeit von 2 cm pro Sek. abgeschnüffelt werden.
Wasserstoff ist leichter als Luft. Daher das Gasspürgerät von oben nach unten an den Komponenten vorbeiführen. Eventuell sichten, wo sich Wasserstoff sammeln könnte. Beispiele: oben im Innenkotflügel oder oben an den Luftaustrittskanälen bei Verdampferundichtigkeiten
Vor der Befüllung mit Formiergas die Klimaanlage kurz (3-4 Minuten) evakuieren, um die Luft aus der Klimaanlage zu saugen.
Druckminderereinstellschraube ganz rausdrehen und erst mit einem geringen Formiergasdruck (1-2 bar) die Klimaanlage beidseitig mit Formiergas befüllen, um als erstes den Kompressorwellendichtring zu prüfen.
Anschließend den Formiergasdruck (ca. 10 bar) erhöhen, um Leitungen und Komponenten zu prüfen. Immer darauf achten, wo Spritzwasser hingelangen könnte. Streusalz ist die häufigste Ursache für Aluminiumoxidation. Daher am Kondensator beginnend die Komponenten abschnüffeln.
Steckverbindungen von den Drucksensoren lösen und direkt am Sensor prüfen.
Integrierte Trockner im Kondensator immer direkt am Trocknereinsatz prüfen. Eventuell über Heißluftfön die Komponenten erhitzen. Wärme dehnt!
Die Prüfung des Verdampfers erfolgt über die oberen Lüftungskanäle oder über die ausgebaute Verdampfersonde, den ausgebauten Regelwiderstand oder der Gebläseeinheit.
Zur Kontrolle, ob eine Leckage tatsächlich vorhanden ist, empfiehlt es sich, mit Lecksuchspray die Stelle einzusprühen. Blasenbildung zeigt den genauen Austritt an.
Am Ende der Lecksuche sollten grundsätzlich die Füllventile kontrolliert werden.

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