Wissenswertes zum Kompressortausch

Häufige Ursachen eines Kompressorausfalls

Der Klimakompressor ist ein Gasverdichter und hat die Aufgabe, das Kältemittelgas im Kreislauf zirkulieren zu lassen. Dabei ist folgendes zu beachten:

Je mehr Wärme auf den Verdampfer zugeführt wird, desto stärker verdampft das Kältemittel und desto stärker muss der Kompressor saugen, um den Dampfdruck im Verdampfer gering zu halten.
Auf der anderen Seite ist der Verflüssigungsdruck abhängig von der Abkühlung des Kältemittelgases im Kondensator. Je besser gekühlt wird, desto niedriger ist der Verflüssigungsdruck. Je schlechter gekühlt wird, desto höher steigt der Verflüssigungsdruck an.

Das bedeutet, dass der Kompressor gerade bei hohen Umgebungstemperaturen extrem stark belastet wird. Falls darüber hinaus über die Jahre Verschmutzungen auf der Kondensatoroberfläche die Kühlleistung des Gases in der Anlage minimieren und innere Abriebe von polymeren Schlauchleitungen Flachrohre in den Wärmetauschern oder Kanäle im Kompressor verstopfen, wird der Kompressor so stark belastet, dass er ausfällt.
Daher muss sich der Mechaniker vorab ein Bild über die Ausfallursache machen, um anschließend zu wissen, welcher Reparaturaufwand getätigt werden muss.

ACHTUNG:
Nicht das Problem beseitigen, sondern die Ursache!

Vorgehensweise zur Ermittlung der Ursachen eines Kompressorausfalls

 

1. Kältemittel absaugen

2. Ausbau des Kompressors

3. Kompressorantrieb prüfen

Lässt sich die Kompressorwelle drehen? Eine schwergängige oder feststehende Welle deutet auf einen Schmierungsmangel hin. Hat der Überlastschutz ausgelöst, obwohl die Kompressorwelle sich dreht, deutet es auf einen Flüssigkeitsschlag oder Schwingungen im Riementrieb hin. Ist die Magnetkupplung verbrannt, obwohl die Kompressorwelle sich dreht, deutet dies auf ein zu großes Spaltmaß oder eine zu geringe Spannung unter Belastung an der Magnetkupplung hin.

4. Überdruckventil im Kompressor

Sollte das Überdruckventil ausgelöst haben, liegt es oft an einem verschmutzten bzw. verstopften Kondensator oder die elektrischen Gebläseeinheiten sind ausgefallen.

5. Optische Begutachtung

Falls der Kompressor von außen dunkel verfärbt oder das Typenschild wellig und braun ist, deutet dies auf eine Überhitzung des Kompressors hin. Sind im Sauganschluss Verschmutzungen festzustellen, dann muss darauf geachtet werden, ob es sich um metallische oder polymere Verunreinigungen handelt.
Für die optische Kontrolle auf der Hochdruckseite ist es bei vielen Kompressoren möglich, den Hochdruckdeckel abzunehmen. Meistens ist dieser mit zwei oder vier Schrauben am Kompressorgehäuse befestigt. Auch dort ist auf Verunreinigungen zu achten.

6. Zustand und Menge des Öls

Das Öl sollte vorab aus dem Kompressor in eine saubere Schale abgelassen werden. Es sollte auf den Zustand und die Verfärbung des Öls geachtet werden. Kältemaschinenöl ist sauber und klar. Des Weiteren ist auf die abgelassene Menge zu achten. Ungefähr 30% bis 50% der Gesamtölmenge sollte aus dem Kompressor fließen. Ist es mehr oder weniger, ist eine Spülung des Kältekreislaufs erforderlich. Ist das Öl dunkel und verbraucht, ist die Klimaanlage zu spülen. Sind falsche Öle oder zu viel UV-Kontrastmittel drin, ist der Kreislauf zu spülen. Kommt nur sehr wenig Öl heraus, ist der Kreislauf zu spülen. Ist Dichtmittel in der Anlage, müssen alle Klimakomponenten ausgetauscht werden. Daher keine Dichtmittel verwenden!

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